Ansicht von 5 Beiträgen - 1 bis 5 (von insgesamt 5)
  • Autor
    Beiträge
  • #9227 Antwort

    Saskia

    Liebe Community,

    mein Name ist Saskia, ich bin 21 Jahre alt und mache die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Demnächst werde ich meinem Kurs eine Powerpointpräsentation und einen Vortrag zum Thema „Pflege eines Menschen mit Tracheostoma“ vorstellen. Da ich gerade mitten in der Bearbeitung bin, sind bei mir einige Fragen aufgetreten, von denen ich glaube, dass nur Betroffene mir ehrlich antworten können. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich an der richtigen Addresse bin, aber ich versuche einfach mal mein Glück. Ich bin einem eurer Flyer auf unserer HNO-Station begegnet.

    Mir stellt sich die Frage, was ihr euch nach der OP vom Pflegepersonal gewünscht hättet, oder ob ihr berichten könntet, was gut oder schlecht gelaufen ist. Gab es Anleitungssequenzen zum Handling mit dem Tracheostoma?
    War es schwer eine Ersatzstimme zu erlernen oder fiel es manchen sogar leicht? Wie kann ich als Pflegekraft einem solchen Menschen helfen? Vielleicht sogar motivieren? Wenn eine Ersatzstimme erlernt wurde, wie gut könnt ihr heute sprechen und vor allem, wie wohl fühlt man sich damit? Wie reagieren Außenstehende?

    Ich weiß, das sind einige Fragen, aber all solche Dinge habe ich mich gefragt, je mehr ich mich damit beschäftigt habe. Hoffentlich könnt ihr mir ein bisschen was beantworten. Ich freue mich wirklich auf Beiträge.

    Liebe Grüße
    Saskia

    #9232 Antwort

    m.rieck
    Teilnehmer

    Sehr geehrte Saskia,
    es sind in der Tat sehr viele Fragen und würde folgendes vorschlagen: Wenden Sie sich bitte an einen in Ihrer Nähe befindlichen Bezirksverein der Kehlkopfoperierten und machen dort beim Verantwortlichen einen Termin aus. Es ist schwer, jetzt und hier all die Fragen schriftlich zu beantworten, denn der Umfang ist einfach zu groß. Vielleicht würden Sie an dieser Stelle Ihren Wohnort bekannt geben.
    Ich verbleibe mit freundlichem Gruß
    Manfred Rieck

    #9235 Antwort

    Frank2

    Hallo Saskia,
    ich denke, die Erfahrungen eines Kehlkopfoperierten sind sehr unterschiedlich und individuell. Deshalb kann eigentlich eine Aussage dazu nicht repräsentativ sein. Aus meiner Sicht macht es schon Sinn, wenn möglichst viele hier aus dem Forum ihren Beitrag dazu leisten. Ich würde dann dazu am Wochenende ausführlich berichten, wenn es zeitlich reicht. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, dass eine Antwort per E-mail erfolgen kann.
    Liebe Grüße von Frank2

    #9237 Antwort

    Jörg

    Hallo Saskia,

    ich bin auch gerne bereit, dir zu antworten. Wie allerdings von den Vorrednern schon beschrieben ist dies nicht in ein, zwei Sätzen erledigt und sehr individuell und würde glaube ich den Rahmen hier im Forum sprengen.
    Ein Austausch per Email wäre sicher sinnvoller. Stelle deine Fragen, wenn möglich, auch mal über die Facebook-Seite. Da wirst du evtl. noch ein paar Leute mehr erreichen und der Austausch ist etwas einfacher als hier im Forum.

    VG Jörg

    #9238 Antwort

    Frank2

    Hallo Saskia,
    ich muss ganz ehrlich sagen, dass das Pflegepersonal in meinem Fall einfach super war. Ich schaue auch immer mal wieder bei „meinen Schwestern“ vorbei und bringe ihnen eine Kleinigkeit zum Naschen mit.
    Am Anfang nach der OP war bei mir die Schleimbildung ziemlich heftig und musste sehr häufig abgesaugt werden, was zuerst vom Pflegepersonal gemacht wurde. Die Funktion des Absauggerätes wurde mir erklärt und ich habe es dann selbst übernommen. In der Zeit, wo die Kanüle im Hals zur Stabilisierung des Stoma steckt, ist das Sprechen mit der Stimmprothese eigentlich unmöglich, was an der mangelnden Dichtigkeit liegt. Insofern muss sich das Pflegepersonal darüber eigentlich keinen Kopf machen. Aber es ist vielleicht ganz gut zu wissen. Nach dem Krankenhausaufenthalt hat mir meine medizinische Betreuerin mal zur Probe ein Pflaster aufgeklebt und ich konnte sofort sprechen. Ich habe aber auch gehört, dass andere damit große Schwierigkeiten haben. Ich bin 3 Monate nach der OP wieder an meinen Arbeitsplatz zurückgekehrt, wo ich sehr viel sprechen muss. Meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich erklärt, weshalb meine Stimme jetzt etwas anders klingt und es wurde teilweise sogar mit etwas Bewunderung aufgenommen. Ich telefoniere auch ganz normal, alles kein Problem. Seit 2 Monaten benutze ich ein Freehand-Ventil, wodurch das Drücken auf das Ventil beim Sprechen entfällt und ich die Hände wieder frei habe. Man muss allerdings die Atemtechnik etwas ändern, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Grundsätzlich ist Übung auch hier der beste Weg.
    Es gibt aber aus meiner Sicht noch einen ganz wichtigen Aspekt bei einer Krebserkrankung. Für die Entfernung des Tumors sind die Ärzte zuständig, gegen den Krebs „im Kopf“ muss man als Patient selber aktiv werden, damit der Krebs dir nicht das Leben versaut. Ich habe einfach mal so in den ersten Tagen nach der OP über mein Leben nachgedacht, das mit ein paar Ausnahmen sehr schön war. Es gibt Menschen, die ich liebe und von denen ich auch geliebt werde. Was also sollte mich daran hindern, gegen den Krebs zu kämpfen und so schnell wie möglich wieder das „normale“ Leben zu haben? Ich denke, dass die mentale Einstellung sehr zur Gesundung beiträgt.
    Also, nicht den ganzen Tag im Bett liegen und sich von den Schwestern verwöhnen lassen, sondern den Allerwertesten bewegen, damit der Kreislauf wieder in die Gänge kommt und die Muskeln nicht verkümmern. Nach den Mahlzeiten das Geschirr rausbringen, Trinkwasser holen usw. Auch kann man vielleicht andere Patienten unterstützen, die nicht so mobil sind. Im eigentlichen Sinn ist man ja auch gar nicht so richtig krank. Ich denke, in gewissen Fällen kann das Pflegepersonal sicher den Patienten behutsam motivieren, das Bett zu verlassen.
    Mit 62 Jahren war das mein erster Krankenhausaufenthalt. Ich wusste zwar schon vorher, dass der Arzt- und Pflegeberuf nicht wirklich leicht ist, aber seit dieser Zeit habe ich den höchsten Repekt vor dieser Leistung.
    Wenn es noch ganz spezielle Fragen gibt, bitte melden.
    Ich wünsche aber schon jetzt viel Erfolg für den Vortrag!
    Liebe Grüße von Frank2

Ansicht von 5 Beiträgen - 1 bis 5 (von insgesamt 5)
Antwort auf: Fragen an euch
Deine Information:





<a href="" title="" rel="" target=""> <blockquote cite=""> <code> <pre> <em> <strong> <del datetime=""> <ul> <ol start=""> <li> <img src="" border="" alt="" height="" width="">