Neue Regelungen zur langfristigen Verordnungsmöglichkeit von Heilmitteln

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat  die langfristige Verordnungsmöglichkeit von Heilmitteln neu geregelt.

In der Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) sind künftig diejenigen Diagnosen gelistet, bei denen von einem langfristigen Heilmittelbedarf auszugehen und somit auf ein Antrags- und Genehmigungsverfahren generell zu verzichten ist.

Weitere Informationen können Sie der Pressemitteilung des G-BA entnehmen, die wir untenstehend für Sie als pdf zur Verfügung stellen.

Krankentransport-Richtlinie konkretisiert Ausnahmefall bzgl. Chemotherapie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) passt mit einem Beschluss einen besonderen Ausnahmefall für Krankenfahrten zur ambulanten Behandlung, namentlich „onkologische Chemotherapie“, begrifflich an. Die Formulierung lautet nun „parenterale antineoplastische Arzneimitteltherapie/parenterale onkologische Chemotherapie“.

In der aktuell gültigen Fassung der Krankentransport-Richtlinie des G-BA sind Fallgestaltungen für eine Ausnahmeregelung vorgesehen, in denen Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung bei zwingender medizinischer Notwendigkeit von der GKV übernommen werden. Dies sind Dialysebehandlungen, onkologische Strahlentherapie und die nunmehr ergänzte onkologische Chemotherapie. „Die beschlossene Anpassung trägt dem Umstand Rechnung, dass der Begriff „onkologische Chemotherapie“ nicht mehr dem gesamten aktuellen Behandlungsspektrum entspricht“, sagte Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender und Vorsitzender des Unterausschusses Veranlasste Leistungen, am Donnerstag in Berlin. „Zunehmend werden Krebstherapien eingesetzt, die keine klassische Chemotherapie sind, sondern andere Wirkprinzipien haben. Viele dieser Therapien erfolgen ebenfalls in einer vergleichbar hohen Behandlungsfrequenz über einen längeren Behandlungszeitraum. Zugleich beeinträchtigt die Behandlung oder der zu dieser Behandlung führende Krankheitsverlauf den Patienten in einer Weise, dass eine Beförderung zur Vermeidung von Schaden an Leib und Leben unerlässlich ist“, so Hecken weiter.

Laut gesetzlicher Regelung können seit dem 1. Januar 2004 Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung nur bei zwingender medizinischer Notwendigkeit in besonderen Ausnahmefällen verordnet und von der Krankenkasse übernommen werden. Diese Fahrten zur ambulanten Behandlung bedürfen einer vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse. Der Gesetzgeber hat den G-BA beauftragt, die Indikationen für derartige Ausnahmefälle in der Krankentransport-Richtlinie festzulegen. Indikationen, die diese Voraussetzungen in der Regel erfüllen, werden als nicht abschließende Beispiele in der Anlage 2 dieser Richtlinie aufgeführt.

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Beschlusstext und Tragende Gründe werden in Kürze auf den Internetseiten des G-BA veröffentlicht.

 

Die Pressemitteilung des G-BA ist

für Sie als pdf zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Informationen sowie den Link zur Krankentransport-Richtlinie finden Sie unter:

https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/25/

Entlassmanagement: Versorgungslücken nach stationärer Behandlung geschlossen

Künftig können Krankenhäuser ihren Patientinnen und Patienten bei Entlassung für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen häusliche Krankenpflege, Heilmittel, Hilfsmittel und Soziotherapie verordnen.

Es kann für diesen Zeitraum auch eine etwaige Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Zudem ist jetzt eine Verordnung von Arzneimitteln durch die Krankenhausärztin oder den Krankenhausarzt möglich.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Dezember die entsprechenden Richtlinien fristgerecht in Umsetzung des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes um Regelungen zum Entlassmanagement von Krankenhäusern ergänzt.

Die Verordnung von Arzneimitteln, Heilmitteln, Hilfsmitteln oder Soziotherapie und das Ausstellen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen waren bisher niedergelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzten vorbehalten.

Ausführliche und weitere Informationen können Sie gerne der Pressemitteilung des G-BA zum Entlassmanagement entnehmen, die Sie

als pdf-Dokument herunterladen können.

 

Wie Krebszellen die Immunabwehr austricksen

Neue Erkenntnisse sollen die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Wie Krebszellen dem Angriff des Immunsystems entkommen, ergründen derzeit Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main. Im Blickpunkt der Forscher stehen die sogenannten Makrophagen (Fresszellen): Tumoren manipulieren diese so, dass sie das Krebswachstum aktivieren anstatt es zu stoppen. Die umgepolten Makrophagen können sogar die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen. Die Forscher suchen derzeit nach Strategien, um den Schutzmechanismus der Tumorzellen auszuhebeln. Langfristiges Ziel ist es, die Wirksamkeit der Chemotherapie medikamentös zu verbessern.

Unser Immunsystem ist mit verschiedenen Zelltypen ausgestattet, um den Körper vor fremdartigen Substanzen und schädlichen Strukturen wie etwa Tumorzellen zu schützen. Makrophagen sind ein unentbehrlicher Teil dieses ausgeklügelten Bollwerks. Auf der Jagd nach Schädlingen verleiben sie sich diese ein und lösen sie in ihrem Zellinneren auf. Makrophagen kommen in zahlreichen Geweben und natürlicherweise auch in Tumoren vor.

Tumorzellen programmieren die schützenden Makrophagen einfach um

Um sich vor dem Angriff der Fresszellen zu schützen, haben Tumorzellen eine clevere Überlebensstrategie entwickelt: Sie manipulieren die Angreifer so, dass diese ihre Anti-Tumorwirkung verlieren. Im Fachjargon wird dies als Makrophagen-Polarisierung bezeichnet. Der Angriffspunkt für diese Strategie sind fettähnliche Substanzen, sogenannte Lipide, die aus den Zellhüllen der Makrophagen stammen. Mit Hilfe eines Enzyms mit dem wissenschaftlichen Namen mPGES-1 verändern Krebszellen die Lipide so, dass diese sogar das Wachstum von Tumoren fördern können.

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main versuchen nun, diesen Schutzmechanismus auszuhebeln. „Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Brusttumoren langsamer wachsen, wenn ihnen mPGES-1 fehlt“, erläutert Studienleiter Professor Dr. Bernhard Brüne, Direktor des Instituts für Biochemie I im Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt. „Deshalb wollen wir zunächst die molekularen Mechanismen verstehen, die dafür verantwortlich sind, dass das Enzym die Fresszellen in ihrer Anti-Tumorwirkung hemmt“, so Brüne weiter. So sollen beispielsweise die Gene des Schlüsselenzyms mPGES-1 identifiziert werden.

Langfristiges Ziel: die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Langfristig könnte sich aus den Erkenntnissen eine neue therapeutische Strategie in der Krebsbekämpfung entwickeln. In dem Forschungsprojekt soll daher auch geklärt werden, ob sich durch eine medikamentöse Hemmung von mPGES-1 die Anti-Tumoraktivität der Makrophagen und die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessern lassen.

„Unser stetiges Ziel ist es, die Krebsbehandlung stetig zu verbessern“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die zu neuen medizinischen Durchbrüchen in der Krebstherapie beitragen können, ist daher ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“

 

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SHG Bonn

Bewegung senkt das Krebsrisiko

Die Deutsche Krebshilfe ruft zu körperlich aktiverem Lebensstil auf

Siebeneinhalb Stunden täglich sitzen die Menschen in Deutschland im Durchschnitt.
Das hat erhebliche Folgen für die Gesundheit: Unabhängig vom Aktivitätslevel erhöht
sitzende Tätigkeit nachweislich das Krebsrisiko. Vor allem die Wahrscheinlichkeit,
an Darm- und Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, steigt. Wer wenig sitzt und zudem
regelmäßig körperlich aktiv ist, erkrankt dagegen seltener an Krebs.

Mit der Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ unterstützt die Deutsche Krebshilfe die Menschen,
ihren Alltag bewegter zu gestalten.

Im Rahmen der gemeinsamen Präventionskampagne „Bewegung gegen Krebs“ der
Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der
Deutschen Sporthochschule Köln erhalten Interessierte einfache Tipps und Hilfen
für die ersten Schritte hin zu mehr Bewegung.

„Wir möchten zeigen, dass es sich lohnt, seinen Körper zu fordern – für das eigene
Selbstbewusstsein, aber vor allem für die eigene Gesundheit und ein vermindertes
Krebsrisiko“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Die Pressemitteilung mit vielen informativen und nützlichen Links können Sie

 

 

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Bundesverbände der Krebs-Selbsthilfe schließen sich zusammen

Am Donnerstag, den 18. Juni 2015 haben sich die 9 im Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn ansässigen Krebs-Selbsthilfe-Verbände zu einem Bundesverband zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie zukünftig für die Belange von Krebspatienten eintreten.

Der Bundesverband freut sich auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

 

Artikel über die Patiententage in Bad Münder

Die Neue Deister-Zeitung hat anlässlich unserer diesjährigen Patiententage in Bad Münder in ihrer Ausgabe vom 1. Juni 2015 einen Artikel über unsere Veranstaltung veröffentlicht.

Gerne stellen wir auch denen, die nicht im Einzugsgebiet dieser Lokalzeitung leben, hiermit diesen Artikel zur Verfügung.

Situation schwerbehinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) informiert in einem aktuellen Bericht über die Situation älterer, schwerbehinderter Arbeitslose in Hartz IV.

Sie können den Bericht

als pdf-downloaden.

Am Ende dieses Berichts finden Sie auch einen Link, unter dem die Broschüre des DGB „Für eine sozialstaatliche Arbeitsmarktpolitik – DGB-Vorschläge zur Neuausrichtung der Arbeitsförderung“ bestellt werden kann.

Fortschritte bei Immuntherapien von Krebserkrankungen

„Wir wissen heute, dass sich unser Immunsystem zwar sehr wohl mit einem Tumor auseinandersetzt“, erläutert der Mainzer Wissenschaftler Ugur Sahin. Dies reiche in der Regel aber nicht aus, um den Tumor zu kontrollieren. Eine naheliegende Strategie sei daher, das Immunsystem derart zu aktivieren, dass es in der Lage sei, das Tumorwachstum zu begrenzen und bösartige Zellen zu zerstören.

Der neue Ansatz der individualisierten Immuntherapie bei Krebs zielt darauf ab, Mutationen in einem Tumor zu identifizieren und mit diesem Bauplan einen synthetischen Impfstoff herzustellen, der für den speziellen Tumor und damit den Patienten maßgeschneidert ist. Dieser wiederum soll das körpereigene Immunsystem anleiten und trainieren, den Tumor gezielt zu bekämpfen.

„Die Umsetzung dieses vielversprechenden Ansatzes wurde bisher dadurch erschwert, dass die Mutationen eines Tumors von Patient zu Patient extrem unterschiedlich sind, und es daher sehr aufwändig ist, maßgeschneiderte Impfstoffe ‚on demand‘ herzu­stellen“, erläutert Sahin. Die Arbeitsgruppe meint nun, dafür einen praktikablen Weg gefunden zu haben. „Wir beschreiben sowohl grundlagenimmunologische Erkenntnisse als auch technologische Fortschritte, die uns erlauben Krebspatienten einer indivi­dualisierten Immuntherapie zuzuführen“, so Sahin.