Bundesverbände der Krebs-Selbsthilfe schließen sich zusammen

Am Donnerstag, den 18. Juni 2015 haben sich die 9 im Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn ansässigen Krebs-Selbsthilfe-Verbände zu einem Bundesverband zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie zukünftig für die Belange von Krebspatienten eintreten.

Der Bundesverband freut sich auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

 

Zentrale Anlaufstelle für Barrierefreiheit vor dem Aus

Der Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V. bedauert die Auflösung der Geschäftsstelle des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit (BKB) in Berlin. Das BKB arbeitete seit 2008 stetig an der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes und dabei insbesondere an der Herstellung von Barrierefreiheit. Der Bundesverband ist seit vielen Jahren Mitglied im Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit. Auch das vom Bundesverband der Kehlkopfoperierten e. V. initiierte Aktionsbündnis Barrierefreiheit, welches gemeinsam mit fünf weiteren Verbänden anlässlich der letzten Bundestagswahl auf die Barrieren von Menschen mit Stimm-, Sprech- oder Sprachbehinderung aufmerksam machte, wurde von den Mitarbeitern des BKB tatkräftig unterstützt und gefördert. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass von einer flächendeckenden Barrierefreiheit in Deutschland noch immer nicht gesprochen werden kann und es ist daher für uns nicht nachvollziehbar, dass eine kompetente Anlaufstelle, wie das BKB, die bereits in kürzester Zeit einige wichtige Initiativen zur Umsetzung der Barrierefreiheit geben konnte, nicht weitergeführt wird. Zumal es nicht an Aufgaben für das BKB, sondern lediglich an einer dauerhaften Förderung durch die Bundesregierung mangelt. Der Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V. appelliert daher an die zuständigen Stellen, das BKB dauerhaft als Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Barrierefreiheit zu etablieren.

Für den Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

Friedrich Wettlaufer
Präsident des BV

Werner Semeniuk
stellv. Präsident
Mitglied des Aktionsbündnisses Barrierefreiheit

 

Stimmseminar des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern – Anmeldeschluss verlängert bis zum 22.07.2015!

Der Landesverband der Kehlkopfoperierten Mecklenburg-Vorpommern e.V. veranstaltet in der Zeit vom 14. bis 19. September 2015 in Salem / M-V ein Intensiv-Stimm-Seminar nach Laryngektomie, bei dem auch Schüler und Schülerinnen der Logopädenschule Greifswald praktische Erfahrungen sammeln können. Bei dem einwöchigen Seminar steht die intensive stimmtherapeutische Betreuung der Kehlkopfoperierten im Vordergrund, aber auch den Partnern bietet eine Partnergruppe die Gelegenheit, über eigene Erfahrungen zu reden und sich untereinander auszutauschen.

Bitte beachten Sie, dass sich das Seminar vorwiegend an Betroffene aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein richtet. Ihre Anmeldung senden Sie bitte an den Vorsitzenden des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Anschrift finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Artikel über die Patiententage in Bad Münder

Die Neue Deister-Zeitung hat anlässlich unserer diesjährigen Patiententage in Bad Münder in ihrer Ausgabe vom 1. Juni 2015 einen Artikel über unsere Veranstaltung veröffentlicht.

Gerne stellen wir auch denen, die nicht im Einzugsgebiet dieser Lokalzeitung leben, hiermit diesen Artikel zur Verfügung.

Situation schwerbehinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) informiert in einem aktuellen Bericht über die Situation älterer, schwerbehinderter Arbeitslose in Hartz IV.

Sie können den Bericht

als pdf-downloaden.

Am Ende dieses Berichts finden Sie auch einen Link, unter dem die Broschüre des DGB „Für eine sozialstaatliche Arbeitsmarktpolitik – DGB-Vorschläge zur Neuausrichtung der Arbeitsförderung“ bestellt werden kann.

Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai 2015

Das diesjährige Motto des Welt-Nichtrauchertages lautet: „E-Zigaretten und E-Shishas: Chemie für die Lunge“

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V. und die Deutsche Krebshilfe nehmen dies zum Anlass, über die vielfältigen Gefahren von E-Zigaretten aufzuklären.
Auf einer Pressekonferenz am 26. Mai 2015 in Berlin forderten sie klare gesetzliche Regeln für solche Produkte.

Die Tabakprävention in Deutschland hat im vergangenen Jahrzehnt beachtliche Erfolge erzielt. Der Absatz von Tabakzigaretten ist rückläufig, und vor allem Jugendliche und junge Erwachsene rauchen weniger. Demgegenüber entwickelt sich der Markt für E-Zigaretten rapide.
Immer mehr erwachsene Raucher, aber auch immer mehr Jugendliche konsumieren solche nikotinfreien und nikotinhaltigen Produkte: Sieben Prozent der Gesamtbevölkerung und rund ein Viertel der rauchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben schon einmal eine E-Zigarette ausprobiert.
„Wir befürchten, dass durch den steigenden Konsum von E-Zigaretten das Rauchen gesellschaftlich wieder mehr akzeptiert wird und gezieltes Marketing Kinder dazu verführt, das Rauchritual einzuüben.
Dies vereinfacht den Wechsel zur Tabakzigarette“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

„Der Konsum von E-Zigaretten ist gesundheitlich bedenklich“, erläuterte Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg.
„Mit jedem Zug wird ein Chemikaliengemisch inhaliert. Insbesondere bei hohem Dauerkonsum kann eine Krebsgefährdung nicht ausgeschlossen werden.“

Professor Dr. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT Nord) in Kiel, warnte in Berlin vor einer „neuen Droge“, die an Kinder und Jugendliche vermarktet werde.

Laut einer Studie des IFT-Nord haben schon im Jahr 2012 fast fünf Prozent der 12-und 13-Jährigen Erfahrungen mit E-Zigaretten gemacht. Diese beunruhigende Situation erfordere konsequentes Handeln, so Hanewinkel.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V und die Deutsche Krebshilfe appellierten an den Gesetzgeber, einen effektiven Schutz vor den Gefahren der E-Zigarette zu gewährleisten und durch entsprechende Gesetzesänderungen den Konsum von nikotinhaltigen wie nikotinfreien E-Zigaretten zu regulieren. Diese Forderung wird in einem Memorandum des Deutschen Krebsforschungszentrums und des AKTIONSBÜNDNISSES NICHTRAUCHEN e.V. bereits von 45 medizinischen Fachgesellschaften unterstützt.

Rauchen in Deutschland – Zahlen, Daten, Fakten

Der Tabakkonsum ist hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. In Deutschland raucht jeder vierte Erwachsene. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren rauchen 9,7 Prozent dieser Gruppe. Zigarettenrauchen führt jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben über 100.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

 

Fortschritte bei Immuntherapien von Krebserkrankungen

„Wir wissen heute, dass sich unser Immunsystem zwar sehr wohl mit einem Tumor auseinandersetzt“, erläutert der Mainzer Wissenschaftler Ugur Sahin. Dies reiche in der Regel aber nicht aus, um den Tumor zu kontrollieren. Eine naheliegende Strategie sei daher, das Immunsystem derart zu aktivieren, dass es in der Lage sei, das Tumorwachstum zu begrenzen und bösartige Zellen zu zerstören.

Der neue Ansatz der individualisierten Immuntherapie bei Krebs zielt darauf ab, Mutationen in einem Tumor zu identifizieren und mit diesem Bauplan einen synthetischen Impfstoff herzustellen, der für den speziellen Tumor und damit den Patienten maßgeschneidert ist. Dieser wiederum soll das körpereigene Immunsystem anleiten und trainieren, den Tumor gezielt zu bekämpfen.

„Die Umsetzung dieses vielversprechenden Ansatzes wurde bisher dadurch erschwert, dass die Mutationen eines Tumors von Patient zu Patient extrem unterschiedlich sind, und es daher sehr aufwändig ist, maßgeschneiderte Impfstoffe ‚on demand‘ herzu­stellen“, erläutert Sahin. Die Arbeitsgruppe meint nun, dafür einen praktikablen Weg gefunden zu haben. „Wir beschreiben sowohl grundlagenimmunologische Erkenntnisse als auch technologische Fortschritte, die uns erlauben Krebspatienten einer indivi­dualisierten Immuntherapie zuzuführen“, so Sahin.

 

Rauchen belastet das Gesundheitssystem

Dr. Tobias Effertz von der Uni Hamburg hat die Kosten des Rauchens für Deutschland berechnet und die Ergebnisse in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum veröffentlicht. Demnach belastet das Rauchen die Sozialversicherungen enorm und verursacht jährlich einen finanziellen Schaden von rund 79 Milliarden Euro.

Diese hohen Kosten sind neben dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung ein weiterer Grund, präventiv gegen den Tabakkonsum vorzugehen.

Die tabakbedingten Kosten setzen sich aus direkten und indirekten Kosten zusammen. Die direkten Kosten entstehen im Gesundheitssystem und beinhalten den Wert der Behandlung tabakbedingter Krankheiten durch Arzneimittel und medizinische Dienstleistungen (Operationen, Rehabilitationsmaßnahmen). Die indirekten Kosten umfassen die Produktionsausfälle, die der Volkswirtschaft durch das krankheitsbedingtes Fehlen am Arbeitsplatz und durch verlorene Lebensjahre infolge des Tabakkonsums entstehen.

Nach den aktuellen Berechnungen des Hamburger Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Tobias Effertz belaufen sich die tabakbedingten Kosten in Deutschland jährlich auf 79,09 Milliarden Euro. Sie setzen sich aus direkten Kosten in Höhe von 25,41 Milliarden Euro und indirekten Kosten von 53,68 Milliarden Euro zusammen.

Raucher belasten die Sozialversicherung deutlich mehr als Nichtraucher: Insgesamt kostet ein lebenslanger Raucher (ab dem Alter von 15 Jahren) die gesetzliche Krankenversicherung bis zu seinem Tod rund 90. 000 Euro, eine lebenslange Raucherin dagegen 529.000 Euro. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern kommt durch die geringere Bezahlung und Erwerbstätigkeit der Frauen zustande. Die Kosten, die den Sozialversicherungen durch das Rauchen entstehen, verursachen Beitragserhöhungen. Diese werden jedoch nicht allein von den Kostenverursachern, den Rauchern, sondern auch von Nichtrauchern getragen – also auf die Allgemeinheit umverteilt.

„Die Zahlen belegen die dringende gesundheitspolitische Notwendigkeit, den Tabakkonsum zu senken – nicht nur aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Das beste Mittel dafür ist eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer. Denn Tabaksteuererhöhungen halten insbesondere Jugendliche vom Rauchen ab“, sagt Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum. „Jeder Jugendliche, der nicht raucht, erweist seiner Gesundheit große Dienste und entlastet zudem die Kranken- und Rentenkasse erheblich.“

„Der faire Preis für eine Packung mit 19 Zigaretten, der die direkten Kosten kompensieren würden, läge etwa bei 7,80 Euro“, sagt Dr. Effertz. „Berücksichtigt man zusätzlich die indirekten Kosten, müsste die Zigarettenpackung 11,30 Euro kosten.“ Einige Länder haben bereits durch hohe Besteuerung Preise in den hier vorgeschlagenen Dimensionen eingeführt: In Großbritannien kostet eine Packung Zigaretten etwa 8,10 Euro, in Norwegen 11,80 Euro. In beiden Ländern rauchen weniger als 20 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland rauchen rund 28 Prozent.

 

Medikation nach der inneren Uhr – die Chronotherapie

Unsere innere Uhr bestimmt viele unserer Körperfunktionen. Das gleiche gilt für die Tumorzellen, belegt nun eine EU-finanzierte Forschung. Diese Entdeckung könnte den Weg zu einem effizienteren, personalisierten Ansatz zur Behandlung von Krebs aufzeigen.

Die biologische Uhr, die sich in unserem Gehirn befindet, regelt hunderte von biochemischen, psychologischen und Verhaltensprozessen, die den ganzen Tag über in unserem Körper ihren Rhythmus haben. Dieser 24 Stunden-Rhythmus konnte bei Säugetieren in praktisch jeder Zelle des Körpers festgestellt werden. Die endogenen (inneren) Rhythmen sind mit der Außenwelt synchronisiert und Tageslicht ist eine der wichtigsten Synchronisierungen.
Diesen Tagesrhythmus findet man ebenso in vielen Aspekten der Krankheit. Die Intensität der Symptome ändert sich rhythmisch im Laufe des 24-Stunden-Tages. Das gleiche gilt für unsere körpereigene Aufgeschlossenheit gegenüber Medikamenten. Hier kommt das Konzept der Chronotherapie – die Anwendung der Behandlung in der dafür optimalen Tageszeit um den Therapieerfolg zu steigern – ins Spiel.

Das richtige Timing

In den letzten 30 Jahren konnte das Potential der Chronotherapie, die Wirksamkeit der Krebstherapie zu verbessern, nachgewiesen werden sagt Maria Comas Soberats, die Empfängerin des von der EU finanzierten „Cancertime“ Forschungsstipendiums.

Bis jetzt wurde die Chronotherapie erst in wenigen Krankenhäusern übernommen. Was auch daran liegt, dass die beste Zeit zur Verabreichung vieler Medikamente die Nacht ist, in der viele Krankenhäuser wenig Personal zur Verfügung haben. Hinzu kommt, dass noch zu wenig Informationen über die Mechanismen zwischen der Chronotherapie und der Behandlung von Krebs vorliegen.

Die Uhr tickt für Krebs

In einer Petrischale am Leben gehalten, können Tumoren sogar für mehrere Tage weiterleben, nachdem sie aus dem Körper entfernt worden sind. Dies bestätigt, dass die inneren Uhren in diesen Tumoren auch arbeiten, wenn sie nicht hormonelle oder metabolische Signale vom umgebenden Gewebe empfangen. Dieses Wissen wird helfen, für Krebspatienten Chronostrategien zu entwickeln.

Als Ergebnis wird die Krebstherapie in den kommenden Jahren personalisiert: Ärzte werden eine Probe von jedem Tumor nehmen und seine spezifische genetische Eigenschaften bestimmen. In Kombination mit Informationen von diesem bestimmten Patienten werden sie in der Lage sein, eine personalisierte Behandlung zu entwerfen, die die höchste Wahrscheinlichkeit des Erfolgs für den Patienten verspricht.

Jeder Mensch hat eine eigene innere Uhr, die bei jeder personalisierten Krebstherapie in Betracht gezogen werden soll.

INFONETZ KREBS

 

Die Deutsche Krebshilfe e. V. bietet Beratung für Betroffene bei allen Fragen rund um das Thema Krebs an.

Das INFONETZ KREBS ist telefonisch und per Email zu erreichen.