Wie Krebszellen die Immunabwehr austricksen

Neue Erkenntnisse sollen die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Wie Krebszellen dem Angriff des Immunsystems entkommen, ergründen derzeit Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main. Im Blickpunkt der Forscher stehen die sogenannten Makrophagen (Fresszellen): Tumoren manipulieren diese so, dass sie das Krebswachstum aktivieren anstatt es zu stoppen. Die umgepolten Makrophagen können sogar die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen. Die Forscher suchen derzeit nach Strategien, um den Schutzmechanismus der Tumorzellen auszuhebeln. Langfristiges Ziel ist es, die Wirksamkeit der Chemotherapie medikamentös zu verbessern.

Unser Immunsystem ist mit verschiedenen Zelltypen ausgestattet, um den Körper vor fremdartigen Substanzen und schädlichen Strukturen wie etwa Tumorzellen zu schützen. Makrophagen sind ein unentbehrlicher Teil dieses ausgeklügelten Bollwerks. Auf der Jagd nach Schädlingen verleiben sie sich diese ein und lösen sie in ihrem Zellinneren auf. Makrophagen kommen in zahlreichen Geweben und natürlicherweise auch in Tumoren vor.

Tumorzellen programmieren die schützenden Makrophagen einfach um

Um sich vor dem Angriff der Fresszellen zu schützen, haben Tumorzellen eine clevere Überlebensstrategie entwickelt: Sie manipulieren die Angreifer so, dass diese ihre Anti-Tumorwirkung verlieren. Im Fachjargon wird dies als Makrophagen-Polarisierung bezeichnet. Der Angriffspunkt für diese Strategie sind fettähnliche Substanzen, sogenannte Lipide, die aus den Zellhüllen der Makrophagen stammen. Mit Hilfe eines Enzyms mit dem wissenschaftlichen Namen mPGES-1 verändern Krebszellen die Lipide so, dass diese sogar das Wachstum von Tumoren fördern können.

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main versuchen nun, diesen Schutzmechanismus auszuhebeln. „Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Brusttumoren langsamer wachsen, wenn ihnen mPGES-1 fehlt“, erläutert Studienleiter Professor Dr. Bernhard Brüne, Direktor des Instituts für Biochemie I im Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt. „Deshalb wollen wir zunächst die molekularen Mechanismen verstehen, die dafür verantwortlich sind, dass das Enzym die Fresszellen in ihrer Anti-Tumorwirkung hemmt“, so Brüne weiter. So sollen beispielsweise die Gene des Schlüsselenzyms mPGES-1 identifiziert werden.

Langfristiges Ziel: die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Langfristig könnte sich aus den Erkenntnissen eine neue therapeutische Strategie in der Krebsbekämpfung entwickeln. In dem Forschungsprojekt soll daher auch geklärt werden, ob sich durch eine medikamentöse Hemmung von mPGES-1 die Anti-Tumoraktivität der Makrophagen und die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessern lassen.

„Unser stetiges Ziel ist es, die Krebsbehandlung stetig zu verbessern“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die zu neuen medizinischen Durchbrüchen in der Krebstherapie beitragen können, ist daher ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“

 

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SHG Bonn

Bewegung senkt das Krebsrisiko

Die Deutsche Krebshilfe ruft zu körperlich aktiverem Lebensstil auf

Siebeneinhalb Stunden täglich sitzen die Menschen in Deutschland im Durchschnitt.
Das hat erhebliche Folgen für die Gesundheit: Unabhängig vom Aktivitätslevel erhöht
sitzende Tätigkeit nachweislich das Krebsrisiko. Vor allem die Wahrscheinlichkeit,
an Darm- und Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, steigt. Wer wenig sitzt und zudem
regelmäßig körperlich aktiv ist, erkrankt dagegen seltener an Krebs.

Mit der Kampagne „Bewegung gegen Krebs“ unterstützt die Deutsche Krebshilfe die Menschen,
ihren Alltag bewegter zu gestalten.

Im Rahmen der gemeinsamen Präventionskampagne „Bewegung gegen Krebs“ der
Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der
Deutschen Sporthochschule Köln erhalten Interessierte einfache Tipps und Hilfen
für die ersten Schritte hin zu mehr Bewegung.

„Wir möchten zeigen, dass es sich lohnt, seinen Körper zu fordern – für das eigene
Selbstbewusstsein, aber vor allem für die eigene Gesundheit und ein vermindertes
Krebsrisiko“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Die Pressemitteilung mit vielen informativen und nützlichen Links können Sie

 

 

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Bundesverbände der Krebs-Selbsthilfe schließen sich zusammen

Am Donnerstag, den 18. Juni 2015 haben sich die 9 im Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn ansässigen Krebs-Selbsthilfe-Verbände zu einem Bundesverband zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie zukünftig für die Belange von Krebspatienten eintreten.

Der Bundesverband freut sich auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

 

Zentrale Anlaufstelle für Barrierefreiheit vor dem Aus

Der Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V. bedauert die Auflösung der Geschäftsstelle des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit (BKB) in Berlin. Das BKB arbeitete seit 2008 stetig an der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes und dabei insbesondere an der Herstellung von Barrierefreiheit. Der Bundesverband ist seit vielen Jahren Mitglied im Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit. Auch das vom Bundesverband der Kehlkopfoperierten e. V. initiierte Aktionsbündnis Barrierefreiheit, welches gemeinsam mit fünf weiteren Verbänden anlässlich der letzten Bundestagswahl auf die Barrieren von Menschen mit Stimm-, Sprech- oder Sprachbehinderung aufmerksam machte, wurde von den Mitarbeitern des BKB tatkräftig unterstützt und gefördert. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass von einer flächendeckenden Barrierefreiheit in Deutschland noch immer nicht gesprochen werden kann und es ist daher für uns nicht nachvollziehbar, dass eine kompetente Anlaufstelle, wie das BKB, die bereits in kürzester Zeit einige wichtige Initiativen zur Umsetzung der Barrierefreiheit geben konnte, nicht weitergeführt wird. Zumal es nicht an Aufgaben für das BKB, sondern lediglich an einer dauerhaften Förderung durch die Bundesregierung mangelt. Der Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V. appelliert daher an die zuständigen Stellen, das BKB dauerhaft als Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Barrierefreiheit zu etablieren.

Für den Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

Friedrich Wettlaufer
Präsident des BV

Werner Semeniuk
stellv. Präsident
Mitglied des Aktionsbündnisses Barrierefreiheit

 

Stimmseminar des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern – Anmeldeschluss verlängert bis zum 22.07.2015!

Der Landesverband der Kehlkopfoperierten Mecklenburg-Vorpommern e.V. veranstaltet in der Zeit vom 14. bis 19. September 2015 in Salem / M-V ein Intensiv-Stimm-Seminar nach Laryngektomie, bei dem auch Schüler und Schülerinnen der Logopädenschule Greifswald praktische Erfahrungen sammeln können. Bei dem einwöchigen Seminar steht die intensive stimmtherapeutische Betreuung der Kehlkopfoperierten im Vordergrund, aber auch den Partnern bietet eine Partnergruppe die Gelegenheit, über eigene Erfahrungen zu reden und sich untereinander auszutauschen.

Bitte beachten Sie, dass sich das Seminar vorwiegend an Betroffene aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein richtet. Ihre Anmeldung senden Sie bitte an den Vorsitzenden des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Anschrift finden Sie auf dem Anmeldeformular.

 

Artikel über die Patiententage in Bad Münder

Die Neue Deister-Zeitung hat anlässlich unserer diesjährigen Patiententage in Bad Münder in ihrer Ausgabe vom 1. Juni 2015 einen Artikel über unsere Veranstaltung veröffentlicht.

Gerne stellen wir auch denen, die nicht im Einzugsgebiet dieser Lokalzeitung leben, hiermit diesen Artikel zur Verfügung.

Situation schwerbehinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) informiert in einem aktuellen Bericht über die Situation älterer, schwerbehinderter Arbeitslose in Hartz IV.

Sie können den Bericht

als pdf-downloaden.

Am Ende dieses Berichts finden Sie auch einen Link, unter dem die Broschüre des DGB „Für eine sozialstaatliche Arbeitsmarktpolitik – DGB-Vorschläge zur Neuausrichtung der Arbeitsförderung“ bestellt werden kann.

Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai 2015

Das diesjährige Motto des Welt-Nichtrauchertages lautet: „E-Zigaretten und E-Shishas: Chemie für die Lunge“

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V. und die Deutsche Krebshilfe nehmen dies zum Anlass, über die vielfältigen Gefahren von E-Zigaretten aufzuklären.
Auf einer Pressekonferenz am 26. Mai 2015 in Berlin forderten sie klare gesetzliche Regeln für solche Produkte.

Die Tabakprävention in Deutschland hat im vergangenen Jahrzehnt beachtliche Erfolge erzielt. Der Absatz von Tabakzigaretten ist rückläufig, und vor allem Jugendliche und junge Erwachsene rauchen weniger. Demgegenüber entwickelt sich der Markt für E-Zigaretten rapide.
Immer mehr erwachsene Raucher, aber auch immer mehr Jugendliche konsumieren solche nikotinfreien und nikotinhaltigen Produkte: Sieben Prozent der Gesamtbevölkerung und rund ein Viertel der rauchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben schon einmal eine E-Zigarette ausprobiert.
„Wir befürchten, dass durch den steigenden Konsum von E-Zigaretten das Rauchen gesellschaftlich wieder mehr akzeptiert wird und gezieltes Marketing Kinder dazu verführt, das Rauchritual einzuüben.
Dies vereinfacht den Wechsel zur Tabakzigarette“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

„Der Konsum von E-Zigaretten ist gesundheitlich bedenklich“, erläuterte Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg.
„Mit jedem Zug wird ein Chemikaliengemisch inhaliert. Insbesondere bei hohem Dauerkonsum kann eine Krebsgefährdung nicht ausgeschlossen werden.“

Professor Dr. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT Nord) in Kiel, warnte in Berlin vor einer „neuen Droge“, die an Kinder und Jugendliche vermarktet werde.

Laut einer Studie des IFT-Nord haben schon im Jahr 2012 fast fünf Prozent der 12-und 13-Jährigen Erfahrungen mit E-Zigaretten gemacht. Diese beunruhigende Situation erfordere konsequentes Handeln, so Hanewinkel.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V und die Deutsche Krebshilfe appellierten an den Gesetzgeber, einen effektiven Schutz vor den Gefahren der E-Zigarette zu gewährleisten und durch entsprechende Gesetzesänderungen den Konsum von nikotinhaltigen wie nikotinfreien E-Zigaretten zu regulieren. Diese Forderung wird in einem Memorandum des Deutschen Krebsforschungszentrums und des AKTIONSBÜNDNISSES NICHTRAUCHEN e.V. bereits von 45 medizinischen Fachgesellschaften unterstützt.

Rauchen in Deutschland – Zahlen, Daten, Fakten

Der Tabakkonsum ist hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. In Deutschland raucht jeder vierte Erwachsene. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren rauchen 9,7 Prozent dieser Gruppe. Zigarettenrauchen führt jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben über 100.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.